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Das Sein und den Widerstreit dieses polaren Geflechts verdichtet Garden im dynamischen Farbauftrag und mit feinnervigen Lineaturen, die von der Bewegtheit jedweden inneren Zustands zeugen und sie spürbar ins Bild setzen.

Trotz aller Farbgewalt und Expressivität weist die Struktur bei Garden zugleich eine große Intimität und Einheit des Bildraums auf. Obschon die Bilder das Gefühl evozieren, man sehe vor dem inneren Auge noch die Künstlerin bei der vehementen Mal-Aktion, so folgen sie auch einer inneren, intuitiven Ordnung. Der heftige Gestus findet innerhalb der Komposition stets sein Zentrum und im Gegensatz zum Abstrakten Expressionismus sucht das Bild den konkreten Raum nicht zu öffnen, oder wenn, allenfalls den Phantasie-Raum des Betrachters. Die imaginären Gefilde umweben die Bilder mit der Aura des Geheimnisvollen; vielgestaltige Fragen regen an und wühlen die Vorstellungskraft des Betrachters auf.

In dieser Dichte sucht Garden keinen Kompromiss. Sie polarisiert vielmehr, kristallisiert Themen wie auch Emotionen klar heraus anstatt in harmlos harmonische Auflösungen oder eindeutige Antworten zu verfallen.

Wie ein Feuerball rollt eine zinnoberrote Kugel durch die Leinwand, während eine weitere, angeschnittene Kugel ihr vorauszueilen scheint und eine dritte nachrückt, das Gesehene aus dem Bild drängt. „Carnet de voyages - drei Tage Nizza“, so der Titel der Reisenotiz aus dem Jahre 1999, die nicht zuletzt im Format mit 120 auf 160 Zentimetern skurril überdimensioniert erscheint. Die Funken sprühende, hochrote Kugel im Zentrum steht kaum für die sonnige Seite der Mittelmeer-Metropole. In stiebenden Funken löst sie sich auf und verweist so in zweifacher Weise auf das Vanitassymbol und Attribut der Eitelkeit und Unbeständigkeit, die sich an derlei Orten tummeln.

 

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